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Friedrich Tschischke ist am 5. Juni 1918 in der damals reichsdeutschen schlesischen Stadt Breslau (heute polnisch Wroclaw, Hauptort der Woiwodschaft Niederschlesien) geboren worden. Er verbrachte hier seine Kindheit und absolvierte seine Berufsausbildung zum Grafiker und Designer.
Er war zwischen 1933 und 1934 Schüler des Graphikers Franz Bernhard Sucro, Breslau. Er absolvierte zwischen 1934 und 1936 als Schüler die Kunstgewerbeschule Breslau, mit einer sechssemestrigen Ausbildung bei Dr. Karl Lindemann (Breslau und Kiel) und Hugo Ludwig. Von 1936 bis 1940 war er als Graphiker der Landesplanungsgemeinschaft Schlesien, Breslau, tätig. Die Provinz Schlesien existierte in den reichsdeutschen Grenzen von 1938 bis 1941 als preußische Provinz, wobei Breslau die Provinzhauptstadt bildete. Die Planungsgesellschaft erstellte regionale Wirtschaftspläne, Flächennutzungen und Bauzonen für Städte und Siedlungen.


Im 2. Weltkrieg diente Tschischke in der deutschen Wehrmacht als Artillerieoffizier und wurde als Heeresoffizier (Oberleutnant d. R. der 2. Batterie des Artillerie-Regiments 35) am 22.3.1945 mit dem „Deutschen Kreuz in Gold“ ausgezeichnet. Nach Kriegsende und nach der Vertreibung aus der Heimat konnte er sich eine neue Existenz in Westdeutschland aufbauen.
 
Nach verschiedenen Zwischenstationen gelangte er 1950 nach Straubing, wo er bei der Kassenärztlichen Vereinigung eine Anstellung fand. Trotz seiner Tätigkeit im Hauptberuf und seiner Verantwortlichkeiten als Familienoberhaupt fand er Zeit, seine Berufung als Kunstmaler zu pflegen und sein Können zu vervollkommnen. Als Friedrich Tschischke als Abteilungsleiter in Ruhestand ging, hatte er die Hände frei für seine geliebte Kunst.

In seinem Atelier unterrichtet Friedrich Tschischke viele junge Künstler.

Mosaikkunst

An seinem Wohnhaus in Straßkirchen hat er ein Mosaik mit tierischem Motiv gestaltet.

Der akademische Maler, Grafiker und Künstler Friedrich Tschischke - ein Leben im Sauseschritt

Als Künstler war er ab 1948 Mitglied des Berufsverbandes Bildender Künstler in Regensburg und ab 1950 Mitglied der Gemeinschaft Bildender Künstler Straubing, Schriftführer und 2. Vorsitzender, sowie später engagierter Vorsitzender und Ehrenvorsitzender. Er gestaltete auch bei der Straßkirchner Künstlergemeinschaft den Anfang fruchtbar mit. Mit seinen Ausstellungen war er in München, Bonn, Regensburg, Bad Tölz, Deggendorf, St. Englmar, Mitterfels, Kötzting, Zwiesel, Vilsbiburg, Schwabach, Straubing und in seinem Heimatort Straßkirchen präsent. Er gestaltete auch noch selbst mit seinen Kunstwerken im Rahmen seiner letzte Kunstausstellung vom 27.11.2005 bis zum 2.12.2005 im Straßkirchner Pfarrheim St. Stephanus die überregionale Ausstellung mit und hat ein vielfältiges Erbe hinterlassen.

Der weit über Niederbayern hinaus bekannte und hochgeachtete Maler und langjährige Ehrenvorsitzende der Gemeinschaft Bildender Künstler Straubing ist am 14.12.2006 fast neunzigjährig verstorben. Seine Ehefrau Erna Tschischke, geb. Baier, geb. 25.11.1930 - verst. 01.05.2022, führte sein Lebenswerk fort und war stark in der Straßkirchner Künstlergemeinschaft aktiv. 

Der freischaffende Künstler und Graphiker mit Malerwerkstatt im Straßkirchner Sandweg Hausnummer 6 beschäftigte sich über Jahrzehnte hinweg mit vielen Kunstdisziplinen. Schwerpunkt seines Schaffens waren allerdings flächige Landschaftsgemälde, in deren Gestaltung sich Kraft und Vision vereinigten. Es war ihm enorm wichtig, seine Begeisterung für die Kunst weiterzuvermitteln. In vielen Kursen und Einzelunterrichten hat er sein Können und seine Empfindungen für die Landschaftsmalerei weiter gegeben. Mit hoher Begeisterung war er als Dozent in der Straubinger Justizvollzugsanstalt tätig und vermittelte auch hier die Passion für das Kunstschafffen.
 
Das Malen im Freien kann jeden empfänglich machen für die wechselhaften Stimmungen und Schwingungen des Lichts und der Farben, so Tschischke immer zu seinen Schülern. Gleichzeitig ist es immer die „eigene Natur“, die der „äußeren“ gegenüber steht, so der akademische Maler und Graphiker bei seinen gut besuchten Aquarellkursen und Kunstakademien. Das Landschaftsbildnis war für ihn immer auch eine Aussage über die Meinung und die Perspektive, die man sich im Augenblick des Kunstschaffens bildet, und sagt daher auch viel über die private Stimmungslage der Kunstschaffenden aus. Das erforderte immer ein rasches und entschlossenes Vorgehen: die Ölfarbe besitzt Tiefe und bleibt lange vermalbar, was besonders hilfreich zum Schaffen von Übergängen ist, so Tschischke. Deshalb begeisterte sich Tschischke besonders auch für die Ölmalerei. Er hatte viele Freunde, auch solche, die ihn nicht persönlich kannten, und viele Kunstliebhaber, die seine Bilder auch heute noch schätzen.

Ölbild, 1964, „Die blaue Lagune am Gardasee“

Rund um den Gardasee prägen mediterrane Vegetationsformen wie Trauerzypressen, Oleander, Zedern, Olivenbäume und auch Palmen das Erscheinungsbild. An den sonnenüberfluteten Hängen gedeihen Agaven, Opuntien und Kapernsträucher. Berühmt ist der Gardasee auch für seine Orangerien. Friedrich Tschischke verwirklichte seine Impressionen auf mehreren Reisen nach Italien und insbesondere an den größten See Italiens in beeindruckenden Ölgemälden. Das Bild hält einen Blick beim Aufstieg zum Monte Creino auf Nago-Torbole und den nördlichen Gardasee fest.

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