
Christian Hirtreiter
Kurzabriss der Ortsgeschichte Straßkirchens


Die Wurzeln des Gäubodenortes Straßkirchen reichen weit in die Steinzeit und bis in die Römerzeit zurück. Viele archäologische Funde und der berühmte Bajuwarenfriedhof belegen eine frühe Besiedlung entlang der bedeutenden Verkehrsroute an der Donau.
Hier zwei Fotos von Objekten aus der Vitrine im Foyer des Rathauses, die auf meine Initiative hin aufgestellt wurde:
Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte um 1140 als „Strazchirchen“. Der Ortsname verweist auf eine Kirche an einer alten Fernstraße (Straße + Kirchen). Die Pfarrkirche St. Stephanus und ihre Vorgängerkirche, die heutige Allerseelenkirche St. Michael mit Karner, war Mittelpunkt einer ausgedehnten Pfarrei und prägten die Entwicklung des Ortes.
Im Mittelalter gehörte Straßkirchen zum Herrschaftsgebiet des Kurfürstentums Bayern. Die heutige politische Gemeinde entstand im Zuge der bayerischen Verwaltungsreformen durch das Gemeindeedikt von 1818. Auszug aus der historischen Karte des Bayernatlas von 1827 (Quelle: www.bayernatlas.de):
Im 19. und 20. Jahrhundert entwickelte sich Straßkirchen zu einer landwirtschaftlich geprägten Gemeinde mit Bahnstation. Mehrere Eingemeindungen erweiterten das Gemeindegebiet, besonders während der Gebietsreform von 1978. Daher wurde auch 2025 das einzige verbliebene denkmalgeschützte weltliche Gebäude -das historische Gasthaus „Zur Post“- von der Gemeinde auf meine Initiative hin erworben.
Die 850-Jahr-Feier von Straßkirchen fand im Jahr 1990 statt. Anlass war die 850. Wiederkehr der ersten urkundlichen Erwähnung des Ortes um das Jahr 1140. Diese erste urkundliche Erwähnung des Ortsnamens „Strazchirchen“ im Traditionsbuch des Klosters Prüfening ist ein Meilenstein der Ortsgeschichte. Als Zeuge wird „Wernhart, Sohn des Ezzo von Straßkirchen“ genannt. Darauf weist auch ein Gedenkstein am heutigen Feuerwehrhaus mit der Inschrift „1140–1990“ hin.
Christian Hirtreiter

Replik von Bügelfibeln aus dem Bajuwarenfriedhof, 6. Jhd.
Werkzeuge aus der Steinzeit